Shiatsu

Was ist Shiatsu?

Shiatsu bedeutet wörtlich übersetzt „Fingerdruck“ und ist eine traditionell japanische Körpertherapie. Dabei ist Shiatsu eine Weiterentwicklung von Tuina, einer chinesischen Massageform.

Die Wurzeln von Shiatsu liegen zwischen Akupunktur, Akupressur und energetischen Massagetechniken. Basierend auf dem Meridiansystem und der Fünf-Elemente-Lehre ist Shiatsu mehr als eine Entspannungsmethode. Therapeutisches Shiatsu als energetische Körperarbeit wird in Europa zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens angeboten.

Ziel ist das Lösen von Blockaden, um Selbstheilungskräfte freizulegen. Die Klienten gewinnen dadurch an Mut und Selbstvertrauen und können dem Leben dadurch gelassen begegnen.

Verwandte Heilmethoden sind unter anderem Reiki und ShinTai.

Als eigenständiges System energetischer Körperarbeit fördert Shiatsu durch tiefwirkende Berührung mit Händen und einer achtsamen Haltung im Gespräch die Selbstheilungskräfte. Es hilft dem Patient das eigene Leben gesund zu gestalten, da Selbstwahrnehmung, Selbstachtung und Selbstverantwortung gestärkt werden.

Die Arbeit der Shiatsu – Praktiker

Auch wenn Shiatsu wörtlich übersetzt „Fingerdruck“ bedeutet, lernen Shiatsu Therapeuten in der Ausbildung mit dem ganzen Körper zu arbeiten.

Vor der Behandlung wird in einem Gespräch die Befindlichkeit abgeklärt, Gründe des Kommens und ein möglicher Behandlungsablauf werden besprochen. Anschließend findet eine energetische Befunderhebung statt.

Schon bei einer ersten Behandlungssitzung wird mit Muskelkraft und Körpergewicht über ein sanftes Lehnen eine tiefe Entspannung herbeigeführt. Der Praktiker versucht dadurch, eine energetische Beziehung aufzubauen, in der Körperenergien und Blockaden erspürt werden. Sowohl ein Überfluss an Energie als auch ein Mangel in gewissen Körperzonen kann lokalisiert und harmonisch verteilt werden.

Sensibilität und Offenheit erlauben dem Shiatsu Praktizierenden, die ganze Persönlichkeit eines Menschen wahrzunehmen. Dazu zählen Wertvollstellungen genauso wie der soziale, kulturelle und religiöse Hintergrund.

So wird ein Bild gezeichnet, das mehr ist als eine Diagnose von Beschwerden. Die Aufgabe des Shiatsu-Praktikers ist es, das Körperbewusstsein des Klienten zu fördern, das Potential zur Ganzwerdung zu wecken und die ersten Schritte des Prozesses zu begleiten.

Die Behandlung - Berührende Kunst

Shiatsu wird in den meisten Fällen auf einem dünnen Shiatsu Futon oder einer Matte liegend praktiziert. Durch spezielle Kissen können Arme und Beine in bequeme Positionen gebracht werden.

Die ganze Behandlung wird an die Situation des Klienten angepasst. Deswegen gibt es auch Behandlungsformen, bei denen der Klient auf Massagestühlen oder Behandlungsliegen Platz nimmt. Auch Fuß- und Nackenmassagegeräte oder -hörnchen werden eingesetzt.

Shiatsu-Praktiker arbeiten mit Fingern und Handballen, aber auch Ellbogen, Knie und Füße lösen hartnäckige Blockaden.

Die volle Präsenz im Augenblick und das Hineinhorchen in den Körper sind dabei sowohl für den Klienten als auch für den Praktiker wichtig. So entsteht eine tiefe, vertrauensvolle Kommunikation ohne Worte.

Üblicherweise dauern Shiatsu-Sitzungen zwischen 45 und 60 Minuten. Wenn es darum geht, einen Prozess zu unterstützen, ist ein regelmäßiger Behandlungsrhythmus sinnvoll. Begleitende Gespräche runden eine Sitzung ab. Diese können Hinweise zu Ernährung und Lebensführung enthalten, oder Körperübungen, um den Prozess eigenständig weiterzuführen.

Wann ist Shiatsu sinnvoll?

Shiatsu ist durch verschiedene Anwendungsbereiche vielfältig und für Menschen jeden Alters geeignet. Dabei wirkt es auf ganzheitliche Art entspannend, anregend und ausgleichend. Shiatsu wird zur Behandlung von körperlichem und seelischem Ungleichgewicht eingesetzt.

Shiatsu hilft körperlich:

  • Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen
  • Beschwerden im Bewegungsapparat (Wirbelsäule, Gelenke, Muskulatur)
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Schlafstörungen
  • Menstruationsbeschwerden und Menopause
  • Verdauungsprobleme
  • Unfruchtbarkeit
  • Rehabilitation nach Verletzung oder Krankheit
  • Schwangerschaft, Geburtsvorbereitung und nach der Geburt
  • Begleitung von medizinischen Therapien und Psychotherapien

Shiatsu hilft seelisch:

  • Bekämpfung der Symptome von Stress und Burnout
  • Akute oder langfristige Erschöpfungserscheinungen
  • Depressive Verstimmungen
  • Lern- und Konzentrationsschwäche bei Kindern
  • Hyperaktivität und Nervosität
  • Unterstützung in Phasen von Veränderung
  • Begleitung innerer Wachstums- und Reifeprozesse

Shiatsu-Praktiker sind dabei kein Ersatz für medizinische oder psychologische Hilfe. Sie können allerdings eine schulmedizinische oder alternative Behandlung effektiv unterstützen.

Shiatsu für Zuhause

Wer sich in den eigenen vier Wänden mit Shiatsu entspannen möchte, dem stehen viele Möglichkeit offen. Unter den Anleitungen aus einem Shiatsu Massagebuch können erste Techniken für den Hausgebrauch rasch erlernt werden.

  • Das große Buch der Heilung durch Shiatsu: Das Standardwerk über Theorie und Praxis der japanischen Heilmassage
    Preis: EUR 24,99

Aber auch Massagegeräte erzielen sehr gute Ergebnisse. Je nach Beschwerde gibt es Sitzauflagen, Massagegürtel und Geräte für Fuß- und Nackenmassagen.

Für eine Behandlung des ganzen Körpers wurden Stühle entwickelt, die eine regelmäßige Behandlung zu Hause erlauben. Ein solcher Shiatsu Massagestuhl arbeitet in der Regel mit eingebauten Kugeln, um die Tiefenentspannung zu erreichen.

Besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität kann ein solcher Massagestuhl hilfreich sein.

Wer sich weitergehend interessiert, sammelt in Shiatsu Kursen erste Erfahrungen unter Anleitung eines Praktikers. Zu relativ geringen Kosten kann so an einem Wochenende gelernt werden, mit Beschwerden im Alltag besser umzugehen. Weitergehend werden auch ganze Shiatsu Ausbildungen angeboten, die Interessierten eine neue Berufsperspektive eröffnen.